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Mutterkorn
Das Mutterkorn ist ein Pilz, welcher als längliche, kornförmige Ablagerung auf Getreideähren, unter anderem Roggen, Weizen, Gerste oder Hafer. Er enthält Giftstoffe, die sogenannten Alkaloide, welche bei Menschen starke Vergiftungssymptome hervorrufen können. Die als Ergotismus oder Antoniusfeuer bekannte Krankheit äußert sich in Halluzinationen, Darmkrämpfen, Hautreizungen und dem Absterben von Fingern oder Zehen. Ursächlich hierfür ist zum Teil die gefäßverengende Wirkung des Ergotamins, eines Mutterkornalkaloids. Diese Wirkung kann man sich jedoch auch zunutze machen, weswegen Ergotamin zum Teil medizinisch eingesetzt wird. Es hat eine wehenfördernde und blutungsstillende Wirkung, die früher von vielen Hebammen genutzt wurde, um die Geburt zu beschleunigen und die Nebenwirkungen zu minimieren. Auch bei Migräne oder plötzlichem Blutdruckabfall ist Ergotamin ein wirksames Präparat. Aus der enthaltenen Lysergsäure kann übrigens die stark halluzinogene Droge LSD gewonnen werden.